Gutes aus Jever

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Teil 1: Ein nachahmenswertes Projekt

Seit Beginn der Corona-Krise in Deutschland überlegen wir, wie wir mit unseren Eigenentwicklungen und unseren Agentur-Fähigkeiten andere Betriebe unterstützen können, die es in ihrer Branche deutlich härter getroffen hat als uns.

Auch in unserer Region wurden Unternehmen zu Saisonbeginn durch die Corona Maßnahmen von jetzt auf gleich die Geschäftsgrundlage unter den Füßen weggerissen. Alles war für die ersten Urlaubsgäste vorbereitet und jetzt: keine Einnahmen mehr. Gar keine. Und kein Ende in Sicht. Ein Zustand der ein paar Tage, aber niemals Monate überbrückt werden kann und das gilt für die meisten betroffenen Betriebe.

Not macht erfinderisch. Die Menschen sind anpassungsfähig. Das waren sie schon immer. Jetzt wird auf Biegen und Brechen digitalisiert. Das Verhalten, das so viele in den letzten Jahren kritisiert haben, nämlich alles nur noch im Internet zu kaufen, wird stärker denn je gefördert. Das regionale Kaufverhalten wird sich spätestens jetzt für immer verändern. Aus diesem Grund sollten Digitalisierungsmaßnahmen nachhaltiger sein als das bisher der Fall war. Wir brauchen definitiv Lösungen die weit über den 18. April hinaus wirken. So oder so.

Wir, die Küstenschmiede, sind im Internet Zuhause. Arbeiten seit vielen Jahren auch im Homeoffice. Für uns hat sich noch nicht so viel geändert, außer vielleicht dass die Kinder jetzt immer mit im Büro sind ;) Noch haben wir gut zu tun, aber auch bei uns wird das nicht so bleiben. Umso länger die Krise andauern wird, umso weniger Betriebe werden die finanziellen Möglichkeiten haben ihren Webauftritt gestalten zu lassen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass es in unser aller Interesse ist, dass die Krise möglichst schnell vorbei geht (#wirbleibenzuhause) und das die Betriebe in unserer Region nicht durch die Krise in Insolvenz geraten (#wirhaltenzusammen). Unser Staat macht derzeit viel mehr möglich als meines Erachtens zu erwarten war. Das ist gut. Aber es reicht bei weitem nicht.

Wir versuchen zu helfen, indem wir unsere Leistungen und Produkte in gute, nachhaltige Projekte einbringen. Das haben wir auch schon vor Corona so gemacht. Dieses Ausmaß allerdings, ist auch für uns eine zu große Herausforderung. Tagtäglich bekommen wir Anfragen für Systeme um Termine zu vereinbaren, für Onlineshops, für Visualisierungen in Karten und Diagrammen, für Lieferdienste und wir versuchen all das schnell und unkompliziert umzusetzen.

In den vergangenen zehn Jahren haben wir bereits viele solcher Projekte aufgebaut. Dabei ist Software entstanden, die jetzt helfen kann. Wir haben für unseren con4gis GIS-Baukasten (Open Source) Bausteine entwickelt, die den jetzigen Anforderungen entsprechen. Aber selbst das Anpassen, Zusammenstellen und die Datenpflege bedeutet bei neuen Projekten sehr viel Arbeit, die wir als kleines Unternehmen zwar leisten wollen, aber in dem Ausmaß, in kürzester Zeit nicht können.

Deshalb wollen wir unser Know-How zum Nachahmen beschreiben und weitergeben. So das entsprechende Systeme auch ohne uns aufgebaut werden können. Am jungen Beispiel "gutes-aus-jever.de" und "jever-aktiv.de" wollen wir diese Woche einen Anfang machen. Unter dem Hashtag #gutesausjever haben wir gemeinsam mit dem Gewerbeverein Jever Aktiv und den Straßengemeinschaften der Innenstadt ein nachhaltiges Projekt aufgesetzt.

Jever-Aktiv ist der Verein für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Kultur in Jever. Ein Zusammenschluss der Gewerbetreibenden, der seit vielen Jahren Großes für die Stadt Jever leistet.

Sowieso standen ein Relaunch der Website und der Apps an. Die Karte und eine einfache Branchenliste waren seit Jahren integriert und sollten beim Update überarbeitet und auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden und dann kam Corona.

Corona sorgt dafür, dass alle an einem Strang ziehen. Auch wir hier in Jever spüren, wie die Menschen näher zusammenrücken, trotz Quarantäne. Selbst das scheint über das Internet problemlos möglich zu sein. Auch bei der Jever-Aktiv Plattform wurden über alle Interessengruppen hinweg Tatsachen geschaffen und schnell Entscheidungen getroffen. Die Branchenliste und die Karte wurden kurzer Hand um neue Informationen erweitert, die jetzt den Betrieben helfen und größtenteils auch nach Corona bestehen bleiben werden. Beispielsweise Links zu Onlineshops oder die Lieferservice-Informationen.

Als Ergänzung und zur Unterstreichung der Unabhängigkeit haben wir auf eigene Kosten zusammen mit Jever-Aktiv und einigen engagierten Kaufleuten das Webprojekt "Gutes aus Jever" initiiert und aufgebaut. Das Ganze ist ganz frisch veröffentlicht und scheint die Leute zu erreichen. Ähnliche Projekte entstehen überall und das ist auch gut so. Es geht einzig und allein darum Gutes zu fördern. Und gut für alle ist es auch die Betriebe, die uns teilweise seit Generationen versorgen, vor dem wirtschaftlichen Ruin zu schützen.

Im zweiten Teil dieser Reihe werden wir beschreiben, wie mit Hilfe von Contao und con4gis (beides OpenSource) eine Branchenliste relativ unkompliziert aufgebaut werden kann. Mit dem Ziel, dass auch andere Gemeinschaften an unserer Entwicklung par­ti­zi­pie­ren.

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