Fridays for Future: 4. Globaler Klimastreik

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Warum auch wir teilgenommen haben

 


Am 29.11. war es wieder soweit: Unter dem Hashtag #NeustartKlima fand der 4. Globale Klimastreik statt. Wir waren in Wilhelmshaven dabei. Warum?

Ich selbst bin in den 80er Jahren aufgewachsen und spätestens nach dem Tschernobyl Unglück ging ein Aufschrei durch die Bevölkerung. Ein Umdenken fand statt: Jute-Beutel statt Plastiktüten, bewussteres Konsumieren, Ruf nach mehr öffentlichen Verkehrsmitteln, Demonstrationen (während der Schulzeit) u.v.m. Kommt Euch das bekannt vor? Dann kamen die Wende, das Millennium, der Euro, die Globalisierung und immer mehr technische Spielereien und irgendwie wurde das Thema "meine Umwelt" weitgehend verdrängt. Wir waren damals nicht hartnäckig genug.

Die wachsenden Warnungen über die unbequeme Wahrheit wurden ignoriert oder sogar ins Lächerliche gezogen. Nicht nur die Jugend sollte darüber stinksauer sein. Politik und Gesellschaft haben in weiten Teilen mindestens drei Jahrzehnte geschlafen. Und jetzt kommt die nächste Generation und küsst uns friedlich, aber hartnäckig wach. Vielleicht eine letzte Chance die Fehler der Vergangenheit gut zu machen. Auf jeden Fall sollten wir alles daran setzen, dass unsere Umwelt nicht wieder einer solchen Ignoranz ausgesetzt wird nur weil es so unbequem ist, dass eigene Leben anzupassen.

 

 

Das Internet war in den 80ern längst nicht soweit. Aber heute. Es wird uns immer und überall daran erinnern, dass wir uns an unsere Umwelt anpassen müssen und nicht umgekehrt. Lasst uns gemeinsam weiter streiken bis Rücksichtnahme selbstverständlich ist und wir auch ohne ein mahnendes Internet wieder versuchen das Richtige zu tun.

In Wilhelmshaven waren heute schätzungsweise zwischen 400 und 500 Menschen dabei. Fridays for Future, Parents for Future, Scientists for Future, NABU, BUND und andere Verbände. Aber auch - neben den zahlreichen Schülern - viele engagierte Privatleute. Interessant ist, dass zumindest diese Veranstaltung nicht die Empörung in den Medien widerspiegelt. Aus meiner Sicht hätten viel mehr Menschen dabei sein müssen. Scheinbar ist in den sozialen Medien sehr viel heiße Luft bzw. kalte Empörung ;o) Es werden wohl noch einige Freitage ins Land ziehen bis der Wunsch nach Veränderung auch da draußen laut genug wird.

Heute in Wilhelmshaven wurden konkrete Forderungen an die Stadt herangetragen, die der Oberbürgermeister willens entgegennahm. Forderungen wie Renaturierung öffentlicher Flächen, Wasserstoffproduktion über vorhandene regenerative Energien, Abstand vom Flüssiggas und von Kohlekraft, Ausbau und Subvention der öffentlichen Verkehrswege und vieles mehr, mit dem Wunsch Wilhelmshaven zu einer Vorzeigestadt in Sachen Umweltbewusstsein zu machen. Für die meisten heute schwer vorstellbar. Aber wäre das nicht toll?

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