10 Jahre Küstenschmiede

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... und wir fangen gerade erst an.

Im September 2010 habe ich mich als Einzelunternehmer selbstständig gemacht. Der Firmenname Küstenschmiede und auch das heutige Logo waren von Anfang an dabei. Vor der Selbstständigkeit war ich zwei Jahre in Elternzeit und davor habe ich für ein hiesiges Unternehmen Beratungssoftware mitentwickelt.

Nach der Elternzeit wollte ich etwas Eigenes machen und hatte große Pläne. Zu groß wie sich schnell heraus stellte. Kurz gesagt wollte ich eine verteilte Anwendung im Internet auf die Beine stellen, die insbesondere kleinen Unternehmen, das an die Hand gibt, was Internetriesen so stark gemacht hat. Ich beschloss erst einmal mit einfachen Webanwendungen zu beginnen und arbeitete mich in die Technik ein. Umdenken war angesagt.

Bereits wenige Monate später habe ich einen ersten Mitarbeiter eingestellt und erste Websites entstanden. Die großen Ideen waren im Hinterkopf und so arbeiteten wir parallel an ersten Erweiterungen für das große Ganze. Ich hatte mir überlegt welche Programmmodule Handwerker, Händler, Dienstleister und Vereine im Internet verwenden würden. Die Liste war riesig. Wir nannten diese Module "Shoes". Ein englisches Wort für Hufeisen - und einige dieser Eisen sind noch heute im Feuer.

Begonnen haben wir damals mit dem Kartenbaustein CFS-Maps (CoastForgeShoes). Unser Ziel war es OpenStreetMap-Karten in die Websites zu bringen. Dass das später ein Hauptthema werden würde wussten wir nicht. Heute ist der Nachfolger con4gis-Maps eine der mächtigsten Erweiterungen für Contao. Das Content Management System war von Anfang an unsere erste Wahl als Grundlage für unsere Webanwendungen. Man muss nicht jedes Rad neu erfinden und die Entscheidung Contao dafür zu nutzen habe ich nie bereut. Das System ist heute mehr denn je für unsere Anforderungen geeignet.

2012 habe ich die Firma in die heutige GmbH umgewandelt und wir haben unsere Büroräume am Alten Markt in Jever bezogen.

Schnell wurde uns klar, dass wir mit einfachen Websites kein Potential haben um die Küstenschmiede mit mehreren Mitarbeitern zu finanzieren. Die Wertschätzung der zum Teil sehr aufwändigen Arbeit ist leider auch heute noch nicht immer gegeben. Für so manch einen ist Websites erstellen entweder etwas für verspielte Nerds oder etwas, was man auf Knopfdruck erledigen kann. Beides ist nicht richtig. Es gibt Ausnahmen, die man aber genauso wenig gleichsetzen kann wie ein Drei-Gänge-Menü und Popcorn. Für Popcorn braucht man genauso wenig einen Koch, wie man einen Entwickler für die Bedienung eines Webbaukastens braucht. Wenn Ihr Euren Kunden Popcorn zum Dinner servieren wollt, seit Ihr bei uns an der falschen Adresse ;)

Inzwischen ist unsere Arbeit ein regelrechtes Handwerk: Wir bauen Websites. Manchmal kochen wir auch ;) Zum Teil über Monate. Das Verständnis für Programmierung und Designarbeiten ist nicht einfach zu vermitteln. Das Ergebnis ist: Wir erstellen gerne Websites, müssen aber das Geld auch an anderer Stelle verdienen und so haben wir 2012 begonnen eigene Projekte aufzubauen.

Einige dieser Portale, wie beispielsweise GeroDem, ein Portal für Senioren und Angehörige, sind nicht mehr aktiv. Die Gründe sind vielfältig. Das Schwierigste ist aber auch hier zahlungswillige Nutzer zu finden. Wie bei der Website-Erstellung ist ein Zerrbild entstanden. Wir werden mit den Internetriesen verglichen und da zahlt man nur ein paar Euro für herausragende Dienste. Vieles ist gänzlich kostenlos, wird durch Werbung oder sogar durch den Verkauf von Daten finanziert. Das wollten und wollen wir nicht und so stand auch dieses Business-Modell auf wackeligen Füßen.

Wir haben in den vergangenen Jahren sehr viele Erfahrungen in allen Bereichen des Internets gesammelt. Beispielsweise haben wir einige Zeit unter dem Namen shop4gis einen eigenen Onlineshop betrieben, mit 30.000 Artikeln rund um das Thema Geoinformationssysteme. Zu dieser Zeit waren wir sogar Buchhändler und haben gemerkt wie schwer es ist neben Amazon und den anderen Riesen zu existieren. Schon wieder kein Markt für uns kleinen Krauter ;)

Man könnte so ein Buch über die letzten zehn aufreibenden Jahre füllen. Machen wir aber nicht. Wir haben unseren Weg gefunden und das ohne uns zu verbiegen. Jetzt schauen wir in die Zukunft. Die ernüchternden Ergebnisse sind wertvolle Erfahrungen die uns Mitsprache in allen Bereichen des Internets ermöglichen.

Zurzeit haben wir ein paar ganz tolle Eisen im Feuer und ich freue mich schon wahnsinnig darauf, etwas davon in den nächsten Tagen zu berichten.

Durch Corona ist es uns leider nicht möglich unser Jubiläum gebührend zu feiern. Wir feiern im kleinen Kreis mit unseren Mitarbeitern und starten unter Volldampf in die nächste Dekade.

 

Mehr dann in Kürze. Seid gespannt.

 

Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchten wir an dieser Stelle großen Dank aussprechen. Angelika, Claudio, Friedrich, Raphael, Nils, Vitalii, Malte und Anna: Vielen Dank für die besondere Überraschung heute Morgen und noch mehr für Eurer grandioses Engagement. Gemeinsam werden wir Inseln versetzen ... zumindest im Internet ;)

 

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